Redner_innen
Prof. Tanja Itgenshorst
Tanja Itgenshorst ist seit 2016 Professorin für Geschichte der Antike an der Universität Fribourg. Vorangegangene Stationen ihrer akademischen Biographie waren Köln und Leuven (Studium der Geschichte und klassischen Philologie, Promotion), Bielefeld (Habilitation), Paris (Gastprofessuren in Paris-Sorbonne und Paris-Diderot), Berlin (Lehrstuhlvertretung an der Humboldt Universität), Reims/Champagne (professeur des universités) und Cape Town (Distinguished Visiting Scholar). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozial- und Kulturgeschichte der Antike, mit Arbeiten u.a. über den republikanischen Triumph, die Entstehung des politischen Denkens in Griechenland sowie die Geschichtskultur der frühen Kaiserzeit. Ausserdem forscht sie zur europäischen Wissenschaftsgeschichte und zu Global Antiquities. Aktuell arbeitet sie an einer Geschichte der Intellektuellen der römischen Kaiserzeit.
Dr. Lars Behrisch
Lars Behrisch lehrt politische Geschichte an der Universität Utrecht. Sein Interesse richtet sich auf die vergleichende europäische Geschichte der Frühen Neuzeit in ihren gesellschaftlichen und politischen, religiösen und diskursiven Dimensionen. In „Die Berechnung der Glückseligkeit. Statistik und Politik in Deutschland und Frankreich im späten Ancien Régime“ (Ostfildern 2016) spürte er den Anfängen quantitativer Weltwahrnehmung nach. Seine neueste Veröffentlichung, „Democracy’s Double Helix: Participation, Equality and Revolution in Early Modern Europe” (Cambridge 2025), erklärt die Entstehung der modernen Demokratie auf neuartige Weise.
Prof. Ute Frevert
Ute Frevert ist Präsidentin der Max Weber Stiftung und Direktorin (em.) am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie von 2008 bis zu ihrer Emeritierung 2024 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitete. Die Historikerin lehrte zuvor in Yale und hatte Professuren in Bielefeld, Konstanz sowie an der FU Berlin inne. Sie wurde 1998 mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet und ist seit 2016 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Aus richtungsweisenden Arbeiten zur Sozial- und Geschlechtergeschichte entwickelte sie ihr Forschungsinteresse an der Emotionsgeschichte und zeigt seither in zahlreichen Studien, inwiefern Gefühle historisch geprägt sind und ihrerseits geschichtsbildende Kraft entfalten. 2020 wurde sie dafür mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa geehrt.
Prof. Bert de Munck
Bert De Munck (1967) is a full Professor at the History Department of the University of Antwerp, Belgium, teaching ‘Early Modern History’, ‘Theory of Historical Knowledge’, and ‘History of Science and Society’. He is member of the Centre for Urban History, Antwerp, and board member of the Antwerp Urban Studies Institute. His research is at the intersection of social history, urban history and the history of knowledge, with a focus on solidarity, craftsmanship and the evaluation of skills and knowledge. His publications include Guilds, Labour and the Urban Body Politic: Fabricating Community in the Southern Netherlands, 1300-1800 (Routledge, 2018) and How the World Turned into a Laboratory: The Long Road to the COVID-19 Pandemic (Ethics Press 2025). Bert De Munck is the PI of the Horizon Europe project “Tracks4Crafts: Transforming crafts knowledge for a sustainable, inclusive and economically viable heritage in Europe”.
Prof. Thomas Maissen
Thomas Maissen wurde nach Studien in Basel, Rom, Neapel und Paris 1994 promoviert und 2002 in Zürich habilitiert. Nach einer SNF-Förderprofessur in Luzern wurde er 2004 ordentlicher Professor für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg und 2006 Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Maissen gründete und leitete die Heidelberger Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften und wirkte 2008 bis 2013 in den Leitungsgremien des Heidelberger Exzellenzclusters „Asia and Europe“. Er war Fellow der EHESS Paris (2009), am IAS Princeton (2010), am Basler Forschungskolleg „Legitimität und Religion“ (2009-2011), am Marsilius-Kolleg Heidelberg (2012/13, 2024/25), am Istituto Svizzero Roma (2024) und Opus Magnum-Geförderter der VW-Stiftung (2024). Von 2013 bis 2023 war Maissen in Heidelberg beurlaubt, um als Direktor das Deutsche Historische Institut in Paris zu leiten. Seit 2023 ist er Sprecher des von der Daimler und Benz Stiftung finanzierten internationalen Ladenburger Kollegs „Der Aggressor: Selbst- und Fremdwahrnehmung eines Akteurs zwischen den Nationen“ (Laufzeit bis 2027).
PD Dr. Barbara Lüthi
Barbara Lüthi ist Historikerin und Senior Researcher am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) am Standort Leipzig. Sie arbeitet am FGZ an einem Projekt zu «Culture Wars» in den USA, Deutschland und der Schweiz. Ihre Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Migrations- und Mobilitätsgeschichte, Globalgeschichte, Geschichte der Gewalt, Postcolonial Studies und Geschichte der sozialen Bewegungen. Zu ihren Publikationen gehören The Freedom Riders Across Borders: Contentious Mobilities (Routledge) wie auch als Mitherausgeberin Postkoloniale Schweiz: Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien (transcript) und Un-/Doing Race: Rassifizierung in der Schweiz (Seismo).
Prof. Volker Depkat
Volker Depkat ist Historiker und Professor für Amerikanistik an der Universität Regensburg. Er arbeitet zur Geschichte der USA in nationaler, kontinentaler und transatlantischer Perspektive. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Biographie- und Autobiographieforschung, vergleichende Föderalismusforschung sowie Visual und Material Culture Studies. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen Die Amerikanische Revolution (München 2026), American Exceptionalism (Lanham, MD, 2021) und – zusammen mit Johannes Burkhardt und Jürgen Overhoff – Bundesrepublik Amerika/A new American Confederation: Wie der deutsche Föderalismus die US-Verfassung inspirierte/How German Federalism inspired the US-Constitution. Essays zur transatlantischen Politikgeschichte, 1690–1790/Essays on Transatlantic Political History (Köln 2024). Mit seinem Deutschlandfunk-Podcast Amerika Verstehen ordnet er seit Anfang 2026 einmal wöchentlich die aktuellen Entwicklungen in den USA historisch ein.
Prof. Barbara Stollberg-Rilinger
Barbara Stollberg-Rilinger lehrte von 1997 bis 2021 Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster, wo sie Sprecherin des SFB "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme" und des Exzellenzclusters "Religion und Politik" war. Von 2018 bis 2026 leitete sie das Wissenschaftskolleg zu Berlin; seit 2026 gehört sie dem Kolleg als Permanent Fellow an. Ihr Hauptforschungsfeld ist die Kulturgeschichte des Politischen, der Rituale und Entscheidungsverfahren in Europa vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Letzte Buchveröffentlichungen sind „Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit“ und "Tyrannen. Eine Geschichte von Caligula bis Putin". Derzeit arbeitet sie an einer Biographie des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. von Preußen.
Prof. Lea Ypi
Lea Ypi is the Ralph Miliband Professor of Politics and Philosophy at the LSE and a fellow of the British Academy. A native of Albania, she studied Philosophy and then Literature at the University of Rome, La Sapienza, and was a Prize Research Fellow at Nuffield College, Oxford. She is the recipient of many prizes, including the Philip Leverhulme Prize for exceptional research achievement and the British Academy Brian Barry Prize for excellence in Political Science. Her last book, Free, was awarded the Slightly Foxed Best First Biography Prize 2021 and the RSL Ondaatje Prize 2022, was shortlisted for the Baillie Gifford Prize for Non-Fiction, the Costa Biography Award 2021, and the Gordon Burn Prize 2022, and has been sold in more than 30 languages. She contributes regularly to The Guardian and Financial Times. Indignity is her latest book.
Prof. Léonie de Jonge
Léonie de Jonge ist Professorin für Rechtsextremismusforschung mit dem Schwerpunkt „Politische Akteure und Ideologien“ am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen. Sie studierte Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen in den USA und im Vereinigten Königreich und promovierte 2019 an der University of Cambridge. Ihre Dissertation befasste sich mit dem Erfolg und Misserfolg rechtspopulistischer Parteien in den Benelux-Ländern. Im Anschluss an ihre Promotion war sie bis 2024 Assistant Professor für Europäische Politik und Gesellschaft an der Universität Groningen in den Niederlanden. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit dem Aufstieg und der Normalisierung der extremen Rechten sowie mit gesellschaftlichen und politischen Reaktionen darauf.
Prof. Sina Blassnig
Sina Blassnig ist ordentliche Professorin für Digitale Kommunikation und Datafizierung an der Universität Freiburg sowie Direktorin des Instituts für digitale Kommunikation und Medieninnovation (IDCMI), das in Kooperation mit der Fachhochschule Graubünden geführt wird. Nach ihrem Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaft an der Universität Zürich promovierte sie am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) zu populistischer Online-Kommunikation und war dort danach als Oberassistentin tätig. Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an die Hebrew University of Jerusalem und die University of Amsterdam. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen digitaler Journalismus, politische Kommunikation, Medieninnovation sowie künstliche Intelligenz in der Medienproduktion und -nutzung. Dabei verfolgt sie einen international vergleichenden Ansatz und integriert Angebots- und Publikumsperspektiven.
