In ihrem Selbstverständnis sind die Schweizer Demokraten, seitdem sie sich ihre Freiheit 1291 gegen habsburgische Monarchen erkämpft haben. Dass dieses Narrativ historisch in vielerlei Hinsicht falsch ist, ändert nichts an seiner Wirksamkeit. Zugleich lässt sich nicht bestreiten, dass die Landsgemeindeorte der Alten Eidgenossenschaft die einzigen staatlichen Gebilde waren, die in der Vormoderne ernst- und dauerhaft als Demokratien theoretisch analysiert wurden. Dass ihre korporative Freiheitsvorstellungen ab 1789 konfliktreich mit der individuellen Freiheit der modernen Demokratien zusammenstießen, verhinderte nicht, dass solche Traditionen im 19. Jahrhundert die parlamentarische Demokratie und vor allem ihre direktdemokratischen Elemente legitimierten. Die demokratische Verteilung von Entscheidungskompetenzen auf den verschiedenen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen hat sich auch in den Krisen des 20. Jahrhunderts als erstaunlich resilient erwiesen. Inwiefern gilt das weiter für die Gegenwart? (Thomas Maissen, Universität Heidelberg)
| Wann? | 20.10.2026 17:15 - 19:00 |
|---|---|
| Wo? | MIS 03 3113 Avenue de l'Europe 20, 1700 Fribourg |
| Vortragende | Prof. Thomas Maissen (Universität Heidelberg) |
| Kontakt | Departement für Geschichte | Departement für Zeitgeschichte Vitus Huber, Thomas Lau, Damir Skenderovic nicolas.blumenthal@unifr.ch Av. de l'Europe 20 1700 Fribourg |
| Mehr dazu | Website |
